Die Idee der Systemtheorien ist letztlich Systeme zu finden und dadurch Einheiten zu beschreiben/modellieren/definieren, in denen dieselben Gesetze gelten. Findet man solche so reduziert man die Komplexität von Beschreibung/’Realität‘ und findet eine Art Theorie/Modell oder Regelwerk – und so besten Falls ist dies wiederum ein Template für weitere Systeme. Die Informationskomplexität wird durch dieses Modell kleiner im System und vorallem auch für das Gesamtsystem. Selbstverständlich gibt es auch die umgekehrt angewandte Systemtheorie, die die Welt zu solchen Systemen machen will bis hin zum Faschismus, der perverserweise sogar alles nicht Passende ‚entfernt‘. Solche Systeme sind auch deshalb totalitär.
Sprache
Sprache bildet in den meisten menschlichen Systemen eine Grundlage für die Kommunikation (neben anderer Kommunikation wie Architektur etc). Sprache wird in Feldern (vgl. Bourdieus ‚Systemtheorie‘) bekanntlich meist spezialisiert bzw. konkretisiert und im radikalsten Sinne wiederum standartisiert in Systemen. Dadurch werden Unsicherheiten aus dem System gedrängt (Kommunikation wird normiert) und gleichzeitig ist es einem System und seinen ‚Angehörigen‘ (gegen dieses Argument würde Luhmann töten .-) nun möglich, dieses System voranzutreiben zu normalisieren. Sie sind Teil davon und Autopoesis ist überhaupt erst möglich (für Luhmann gibt es – m.E. – keine sich konstituierenden Systeme: sie sind).
Sprachenmix
Dies ist alles kein Problem – so lange in Systemen, dieselbe Sprache oder eher eine verstehbare Sprache gesprochen wird oder eben eine systemübergreifende Sprache entsteht. Was aber wenn es immer mehr verschiedene Sprachen gibt, die nur teil- oder unverständlich sind? Klar Systeme können sich in solchen Fällen in weitere Untersysteme ‚ausdifferenzieren‘. Dennoch erscheinen all die Sprachen im selben Kommunikationskanal – Öffentlichkeit.
Alltagskultur und Sprache
Eines der besten Beispiele ist die heutige Alltagskultur. Hier werden verschiedenste Sprachen gleichzeitig genutzt im selben Raum. Dabei ist klar, dass prinzipiell die meisten Teilnehmer eines ‚Alltagssystem‘ sich verständigen können als Individueen untereinander über die ‚herrschende Sprache‘ oder eine andere ‚globalisierte Sprache‘ wie English (eine eigentliche Kolonialsprache).
Verschiedene Sprachen und das System
Problematisch erscheint es aber nun, wenn man diesen Bereich verlässt und Gruppenkommunikationen anschaut. So erscheint eine Gruppe, die unter sich schweizerdeutsch, deutsch oder italienich * spricht für sich als Gruppe oder ein System im grösseren System. Dies ist fürs Hauptsystem nicht weiter tragisch im ersten Moment.
Im zweiten Moment erscheint aber ein System, das – falls man kein italienisch spricht – eine Unsicherheit ins System bringt: Das Gesagte ist unverständlich, es ist unklar, was dieses ‚Subsystem‘ gerade „meint“ und wie es handeln wird. Es können ja keine Vorraussagen getroffen werden – ausser das Vertrauen in normiertes Handeln.
Treten noch kulturelle Unterschiede (Visuelles, Verhaltenstechnisches) dazu, erscheint die Gruppe als fremdes System (auch ikonografisch). Es besitzt ja eine eigene Sprache auf allen Ebenen im Visuellen, Auditiven und Interaktiven. Die Folgen sind klar: Abstossung (Rassimus), Integration oder die Akzeptanz (was Integration bedeutet als Re-entry mit G.Brown).
Rassismus wird hier auch zum informationstechnischen Problem. Das Unverständliche „will“ ausgeschlossen werden, die Unsicherheit durch die Entfernung des unklaren Subsystems.
Magic Circle – im Magic Circle
Bezieht man das Ganze aufs Spiel, so entsteht im MagicCircle der Gesellschaft wieder ein MagicCircle. Diesem wird im Rassimus unterstellt Regeln gegen das System zu haben (Es etwa zu unterwandern und zerstören zu wollen oder dass es sich lustig macht – Warum lacht da wer?) oder wahrscheinlich angenommen, dass das Regelsystem ähnlich ist in diesen anderen Regelwelten. Dies passiert alles ohne das geringste Wissen, was in diesem Subsystem wirklich gesprochen wird! Es ist unabschätzbar – nicht wahrscheinlich aber eben unklar.
Das Unbekannte – das Andere
In diesem Sinn sollte darauf geachtet werden, dass Systeme „transparent“ bleiben (zumindest im Minimum mehr Knowhow, mehr Sprachen, mehr Wissen über Subsysteme) oder eben der Umgang mit „Unbekannten“ gefördert wird als Konzept.