Wer heute ein Game spielt, der oder die spielt es an einer glatten visuellen Oberfläche. Text kommt gerade noch als Eingabe für Avatarnamen (er gibt etwa seinen Namen bei der Geburt ein, so bei Fallout3) oder bestenfalls Spielstände vor. Die meisten Spieler produzieren auf einem Computer im Moment Wörter wie: aaaaw dwwwwwwwdddwww aaa ssss www dddd. Vorbei ist die Zeit als in Textadventures ganze Sätze eingegeben wurden. Dabei erweckt nichts die Spiele mehr zum Leben als der Computer mit seiner einfachen Sprachmaschine: eine Implementation von Turings Universalmaschine. Diese magische binäre Sprache, die normalerweise versteckt ist, wird bei Scribblenauts wieder zugänglich. Ähnlich wie bei CrayonPhysics die Dinge gezeichnet werden können und zum Leben erweckt werden, wird beim Schreiben in Scribblenauts aus dem eingetippten „Bär“ ein richtiger eigentständiger Bär im Spiel. Er möchte beispielsweise fressen. Es ist ein magischer Moment, wenn aus dem Geschriebenen (anstelle eines imaginierten Wesens) ein realisiertes Wesen wird, das dann mittels Stift bewegt werden kann und dann eben als Entität fressen will. Das Spiel setzt einem für einen kurzen Moment in die Lage eines Schriftstellers, der Dinge hinschreibt wie: „Es steht ein Haus am Ende der Strasse“ und das Haus ist in der Fiktion. In Scribblenauts Fall schreibt man das magischen Wort „Gott“ und Gott realisiert sich. Wenn man zusätzlich einen Teufel macht, bekriegen sie sich. Wer will, dass das böse siegt, erschafft noch einen Teufel .-) Hier heisst es dann, Quantität statt Qualität.
Neben diesen interessanten Aspekten eines Playgrounds, gibt es natürlich Missionen bei denen man Rätsel lösen muss. Am Spannenensten ist das Spiel, wenn man versucht, jedes Rätsel 3 mal mit verschiedenen Gegenständen zu lösen. Es soll dies auch als Mode geben, was ich selbst allerdings nicht gefunden habe.
Und – wie Crayon Physics – ist das Spiel zwar spannend aber eben mehr etwas für Zwischendurch als für lange durchgespielte Nächte.