Für Forschende* und damit gleich nerdig wie der Podcast in Sachen Game(Design) .-)
Dieser Artikel ist als Weiterführung des folgenden Blogs gedacht:
https://www.gamelab.ch/?p=13416
Ethnologische Beobachtungen
Aus Forschungstechnischer Sicht ist das ganze sehr interessant. Man kann der Gameinternationalen bei der „Arbeit“ zusehen und ein bisschen in die Köpfe schauen und anfangen diese Community zu verstehen, was sie antreibt, wie sie sich die Welt konstruiert.
Gameinternationale Kurzdefinition: Eine an und für sich digitale Community ausgehend von den 80er Jahren und ihren Video/Computergames gemischt mit Brettspielansätzen, die eigentlich international ist, an digitalen Interfaces stattfindet (meist privaten Interfaces) und Games als ihr weltweit Gemeinsames hat. Die Entstehung dieser Kultur wird etwa im Buch „Das digitale Graffiti“ aufgezeigt. Spielen ist dabei ein Grundpfeiler. Die Community definiert sich über diesen Magic Circle. Sie hat sich seit den 80er Jahren als Anti-politisches System etabliert und schützt die eigene Community hinter einem MagicCircle. Dazu gehört eine eigene Sprache, Grafik-, Soundkultur und Spielkultur. Das ist fast alles inkomplementär zur physischen Gesellschaft.
Unausgesprochene Mantras wären etwa: Wir wollen nur Spielen. Das ist unser Terrain. Lasst uns spielen. Spiele machen Spass, das ist genug. Haltet euch da raus. Wir sind anders. Wir sind modern. Wir lieben Technik. Wir sind aktuell. Wir sind ein bisschen anders und unser Spiel ist subversiv. Spiele dürfen anders sein. Spiele sind ein Safespace auch Gamedesign ist ein Safepsace. Und oft: Wir greifen einander nicht an. Wir sind Spass und nicht politisch. Wir stehen zu einander und Games eint uns, keine Differenzierungen. Wir sind eine Familie. Egal, wie jenseitig die anderen sind.
Die Scene erbt auch eine gewisse Antihaltung zu klassischem Design oder gar Kunst. Die Auseinandersetzung welche Rolle Spiele im Machtsystem der Gesellschaft spielen, wird meist unbewusst ausgeschlossen. Am ehesten werden aktuell noch die grossen Firmen angegriffen. Die stehen dann für den Kapitalismus. Diese Bewegung vertritt mehrheitlich designtes Entertainment.
Hier ein paar Beobachtungen aus den Podcasts folgen hier.
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